Aktien von Apple, Infineon & Co. kombiniert mit Gold - passt das wirklich zusammen?

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

es gibt Anlagefehler, die zwar hinreichend bekannt sind, die sich aber anscheinend nie ausmerzen lassen. Dies ist mir diese Woche nach einem Gespräch mit einem Anleger mal wieder so richtig bewusst geworden. Und in diesem Kontext fällt mir fast immer die Aussage der drei Finanzexperten Goyal, Ilmanen und Kabiller ein, mit denen sie ihren vielbeachteten Aufsatz „Bad Habits and Good Practices“ einleiten: „Good investing results require both good investments and good investors“ [veröffentlicht 2015 im Journal of Portfolio Management]. Demnach sind für gute Anlageergebnisse neben erfolgversprechenden Investmentalternativen auch „gute Investoren“ erforderlich, womit Anleger gemeint sind, die eben gerade nicht die typischen Anlagefehler begehen. 

Zwei häufig zu beobachtende Anlagefehler 

Ein häufiger Anlagefehler liegt in der Beurteilung der Anlageergebnisse anhand einer Maßzahl, nämlich der Rendite. Dass auch das damit einhergehende Risiko mindestens (wenn nicht noch mehr) von Bedeutung ist, fällt den meisten Anlegern erst dann ein, wenn sich die Märkte in massiven Verlustphasen befinden und es für risikokontrollierende Portfolioanpassungen zu spät ist. Wer mit dem langfristigen Renditepotenzial seiner Anlage nicht zufrieden ist (und damit ist definitiv nicht die jüngste Jahres- oder gar Halbjahresperformance gemeint), der kann bzw. sollte in Investments mit einer höheren Renditeerwartung umschichten, mit der natürlich aber auch höhere Risiken einhergehen. 

Als einen der schlimmsten und teuersten Anlegerfehler sehe ich persönlich das mangelnde Denken im Portfoliokontext. Anstatt die Anlagen in ihrer Gesamtheit zu sehen, die sich im Idealfall perfekt ergänzen und damit die Renditeschwankungen des Gesamtportfolios glätten, werden sie isoliert und in Konkurrenz zueinander gesehen. Wie in einem Windhunderennen werden die gerade mal schlechter performenden Investments aus dem Portfolio genommen und die freiwerdenden Mittel in neue bzw. aktuell besser laufenden Anlagen, gesteckt. Sie können sicher sein, dass sich das Blatt früher oder später wendet, und die gerade schlechter rentierlichen Anlagen zukünftig die aktuell besser performenden Assets dominieren. 

Technologieaktien und Gold – zwei ausgezeichnete Portfoliokomponenten 

Analysen zeigen, dass sich beispielsweise Technologieaktien (also die Apples, Infineons usw.) langfristig hervorragend mit der Assetklasse Gold ergänzen. Während Apple, Infineon & Co. für technologischen Fortschritt und rasantes Wachstum, aber für temporär hohes Rückschlagpotenzial stehen, wird mit Gold Werterhalt, Kontinuität und Stabilität assoziiert. 

Wenngleich ich immer die Wichtigkeit einer langfristigen Betrachtung herausstelle, so möchte ich Ihnen an dieser Stelle zeigen, dass die Kombination Gold und Technologieaktien auch im aktuellen Jahr bisher gehalten hat, was sie verspricht. In der nachfolgenden Abbildung sind die Monatsrenditen des boerse.de-Technologiefonds (thesaurierende Tranche) und von boerse.de-Gold dargestellt (die Augustrendite wurde per 25. August berechnet).

Wie aus der Abbildung ersichtlich ist, waren die Monate Januar und Februar eher schwierig für Technologieaktien. Hier konnte Gold mit Monatsrenditen von 8,1% bzw. 7,2% sehr schön entgegensteuern. In den Monaten April und Mai war es dann genau umgekehrt. Während Gold in den beiden Monaten negativ performte, betrug die Monatsrendite des boerse.de-Technologiefonds satte 12,0% bzw. 9,2%. Und ganz außergewöhnlich sind die Renditen im aktuellen Monat (per 25. August). Während der Technologiefonds um 2,7% zulegte, beträgt die Goldrendite in dem noch laufenden Monat stolze 16,2%.

In der nachfolgenden Abbildung sind die kumulierten Wertentwicklungen von boerse.de-Gold, dem boerse.de-Technologiefonds sowie einer 50:50-Allokation dargestellt, bei der zu Jahresbeginn jeweils 50% in jede der beiden Anlagealternativen investiert wurden.

Wie die Abbildung zeigt, wiesen sowohl der boerse.de-Technologiefonds als auch Gold im aktuellen Jahr einen vergleichsweise hohen Drawdown von jeweils knapp 10% auf, aber halt zu jeweils völlig unterschiedlichen Zeitpunkten. Die rote Linie zeigt den Wertverlauf der 50:50-Allokation. Die Allokation weist zwar im aktuellen Jahr eine etwa zwei Prozentpunkte geringere Year-to-Date-Rendite auf als der Technologiefonds (8,7% statt 10,7%), jedoch lag die Performance über das ganze Jahr hinweg fast ausnahmslos im positiven Bereich (der maximale Verlust von 0,5% ist optisch in der Grafik kaum wahrnehmbar).

An diesem einfachen, aber doch hochgradig praxisrelevanten Beispiel zeigt sich sehr eindrucksvoll, was Portfoliomanagement bedeutet. Es geht nicht darum, wie in einem Windhunderennen die bessere der beiden Assetklassen zu identifizieren, sondern durch ihre Kombination ein Rendite-Risiko-Profil zu erzeugen, das den individuellen Präferenzen des Anlegers bestmöglich entspricht. 

Eine schöne Bestätigung … 

Beim Abspeichern dieses Editorials habe ich zufällig gesehen, dass ich vor circa einem Jahr ein fast identisches Editorial („Nvidia & Co mit Gold in einem Depot … Macht das wirklich Sinn?“) veröffentlicht hatte, was ich ehrlich gesagt völlig vergessen hatte. Mein erster Gedanke war, ein komplett neues Editorial zu schreiben. Als ich mir den Inhalt des alten Editorials aber angesehen habe, ist mir aufgefallen, dass sich beide Editorials eigentlich thematisch hervorragend ergänzen. 

Während die Analysen des Vorgängereditorials mit Einführung des boerse.de-Technologiefonds (August 2022) beginnen und im September 2025 enden, knüpfen die empirischen Auswertungen (beginnend ab Januar 2026) dieses Editorials fast nahtlos daran an. Und das absolute Beruhigende dabei ist, dass die aktuellen Ergebnisse die Aussagen und Befunde des Vorgängereditorials nahezu perfekt bestätigen.

Die praktische Umsetzung ist denkbar einfach …

Die exemplarisch gezeigte triviale, aber doch hochgradig effiziente Portfolioallokation lässt sich auf einfachste Weise nachbauen. Hierzu sind lediglich der boerse.de-Technologiefonds [WKN der thesaurierenden Tranche TMG4TT bzw. der ausschüttenden Tranche TMG4TA] sowie der boerse.de-Gold-ETC [WKN TMG0LD, das „o“ als „0“] erforderlich. Die Gewichtung von 50:50 ist natürlich nicht obligatorisch, sondern sollte den individuellen Risikopräferenzen des Anlegers entsprechen. Ein solch einfaches, aber doch „intelligent“ diversifiziertes Portfolio ist bereits mit minimalen Anlagebeträgen umsetzbar.

Bei einer Anlagesumme ab 100.000 Euro könnte aber auch die Anlagealternative Protect-Megatrend-Portfolio (PMP) interessant sein, bei der die Investments in einem Einzelkonto des Anlegers gehalten werden. Bei dieser innovativen Anlagelösung wird mithilfe des wissenschaftlich fundierten PMP-Barometers täglich zwischen den beiden Marktphasen Boom und Krise unterschieden. In einer Boom-Phase beträgt die strategische Allokation 60% boerse.de-Technologiefonds und 30% boerse.de-Gold. Bei einer Krisen-Phase verhält es sich dann genau anders herum (60% Gold und 30% Technologiefonds). Zehn Prozent der Allokation wird durchgängig in Bitcoin [einem Bitcoin-ETN] gehalten. Empirische Analysen zeigen, dass die sehr geringe Allokation das Renditepotenzial zwar deutlich steigern kann, das Verlustpotenzial aber (eben wegen der geringen Allokation) überschaubar bleibt. Sowohl die tägliche Analyse des PMP-Barometers als auch die erforderlichen Portfolioanpassungen werden beim Protect-Megatrend-Portfolio vom Team der boerse.de Vermögensverwaltung vorgenommen – der Anleger muss sich hier um überhaupt nichts mehr kümmern. Weitergehende Informationen zum Protect-Megatrend-Portfolio finden Sie unter diesem LINK.

In diesem Sinne hoffe ich, dass Sie im Rahmen Ihrer Kapitalanlage die Vorteile eines gut diversifizierten Portfolios konsequent und professionell ausnutzen und eben kein „Windhunderennen“ zwischen Ihren Anlagen vollziehen. Sollte Ihnen das schwerfallen, dann lässt sich das Portfoliomanagement (ab einer Mindestanlagesumme von 100.000 Euro) auch in professionelle Hände legen. 

Auf bald,
Ihr Hubert Dichtl

PS: Am 24. September findet unser nächster Rosenheimer Investorenabend statt. Neben lehrreichen Vorträgen gibt es dabei auch genügend Möglichkeiten für persönliche Diskussionen. Ich würde mich freuen, Sie persönlich begrüßen zu dürfen.